Bürgervorschlag des Radweges von Halberstadt nach Langenstein ist umsetzbar
In der Lokalausgabe der Halberstädter Volksstimme regte der Halberstädter Bürger Siegfried Sprotte am 05. Februar 2010 im Zuge der Eingemeindung des Ortsteils Langenstein in die Kreisstadt an, eine ordentliche Radwegeverbindung zwischen Halberstadt und Langenstein zu schaffen. Der Vorschlag des Landesbetriebes Bau Niederlassung West zur Landesradwegeplanung beinhaltet einen zur B81 verlaufenden straßenbegleitenden Radweg. Siegfried Sprotte dagegen hat die Idee einer Radwegeführung von der Verlängerung der Straße Brockenblick in Halberstadt, links vorbei an der Gartenanlage „Flora" in Richtung Untere Mühle in Langenstein in Weiterführung zur ehemaligen Parkgaststätte bis hin zum Pfeifenkrug ins Gespräch gebracht. Diese Idee wird auch in einer Stellungnahme der Bündnisgrünen im Landkreis Harz unterstützt. Deren Pressesprecher Mathias Fangohr: „Ein asphaltierter Weg für den Geh- und Radverkehr zwischen Feld und Wiese ist für viele stets die angenehmere Alternative zu straßenbegleitenden Fahrradwegen bei Lärm- und Abgasbelästigung durch den motorisierten Verkehr und sollte stets Vorrang haben."
Es ist erstaunlich, dass er es nicht weiß / Radwegeplanung im Internet abrufbar
Von der Reaktion des Fachbereichsleiters Stadtentwicklung der Stadt Halberstadt, Jens Klaus, er könne nicht sagen, ob der Vorschlag von Siegfried Sprotte Bestandteil der bisherigen Wegeplanungen des Landes ist, zeigten sich die Bündnisgrünen überrascht. „Es ist erstaunlich, dass er es nicht weiß. Hier scheint es entweder ein großes Manko in der Zusammenarbeit und Weiterleitung von Informationen zwischen den verschiedenen Ebenen der zuständigen Behörden von Stadt, Landkreis und dem Land zu geben, oder die Stadt hat die Chance der Mitgestaltung der zukünftigen Radwegeplanung in ihrem Einzugsgebiet bisher verschlafen. Denn seit Juli 2009 hat die Landesregierung den Entwurf der Landesradwegeplanung mit Anlagen und Karten zur öffentlichen Anhörung frei gegeben und sogar im Internet veröffentlicht. Die Kommunen werden seitdem darum gebeten Stellungnahmen abzugeben, die eigene Vorschläge enthalten und somit in die Bedarfsplanung mit einfließen können, welche Grundlage einer späteren Finanzierung ist", erklärt Mathias Fangohr.
Siehe Internetseite http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=37282
„Auf der Internetseite des Verkehrsministeriums kann sich sogar jeder Bürger über den Landesradverkehrsplan informieren und feststellen, dass der Vorschlag von Siegfried Sprotte bisher leider nicht Gegenstand der Bedarfsplanung ist", so Fangohr weiter.
Altkreis Quedlinburg war Vorreiter im Radverkehr - LK Harz hinter Erwartungen zurück
Wie den Informationen des Berichtes zur Landesradwegeplanung zu entnehmen ist, sind die Städte und Gemeinden entsprechend der Klassifizierung 4 für die innerörtlichen Fahrradwege und nach Klassifizierung 3 die Landkreise für die Radwege auf Kreisebene zuständig, Vorschläge für die Bedarfsplanung zu machen. Fangohr: „Die Städte und Gemeinden und der Landkreis sind verpflichtet ein regionales Radwegenetz innerhalb dieser Klassifizierung zu schaffen, d.h. die innerörtlichen mit den Kreisradwegen sinnvoll zu verknüpfen. Hier mangelt es aber überall im Landkreis. Es wird deutlich wie wenig Vernetzung eine Rolle spielt. Der Altkreis Quedlinburg war einmal Vorreiter im Radverkehr. Es ist bedauerlich, dass der Landkreis Harz hat diesen Vorsprung bislang nicht weitergeführt hat, sondern stark hinter den Erwartungen zurückgefallen ist."
Halberstadt sowie alle Städte und Gemeinden können eigen Vorschläge machen
Gerade deshalb sei die Notwendigkeit des Engagements der kreisangehörigen Städte und Gemeinden für ein sinnvolles Konzept zum Ausbau des Radverkehrs um so größer. „Aber die Stadt Halberstadt scheint sich nur auf die alleinige Arbeit des Landesbetriebes Bau zu verlassen. Obwohl auch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALF) mit Sitz in Halberstadt viele Möglichkeiten hat landwirtschaftliche und sonstige Wege sinnvoll zu einem regionales Radverkehrsnetz zu verbinden. Wünschenswert wäre hier sowie auch im Landesbetrieb Bau ein Radwegebeauftragter", so der Pressesprecher.
Mit Blick auf die Bedarfsplanung für das Land sei es für Halberstadt dringend notwendig selbst gestalterischen Einfluss zu nehmen. Voraussichtlich im April werde das Kabinett die Landesradwegeplanung beschließen. Bis dahin könne Halberstadt eigene Vorschläge in die Bedarfsplanung des Landes einbringen.
Bürgervorschlag zum Langensteinradweg umsetzbar / Holtemmeradweg zur Mündung
„So zum Beispiel endet der Holtemmeradweg bisher in Halberstadt, obwohl der Fluss ja noch weiterfließt. Eine sinnvolle Verlängerung des Holtemmeradweges bis zur Mündung des Flusses in die Bode, würde endlich eine Verbindung mit dem Boderadweg herstellen und seinem Namen gerecht werden" so der Bündnisgrüne. Auch Siegfried Sprottes Langensteinradweg, fern ab der Bundesstraße, könne die Stadt Halberstadt in der Landesplanung favorisieren und sich gegen die straßenbegleitenden Vorschlag entlang der B81 aussprechen, sind sich die Harzer Bündnisgrünen sicher. Fangohr weiter: „Alles hängt auch entscheidend von den Initiativen der Stadt Halberstadt . Der Schlüssel dazu befindet sich im Schreibtisch von Herrn Klaus im Fachbereich Stadtentwicklung."





